Archive for the 'Uncategorized' Category

In eigener Sache

WeiterGen!

Liebe Leser,

vielen Dank für euer Interesse an diesem Blog über die letzten Wochen und für das Einbringen eurer eigenen Meinungen (49 Kommentare bei 19 Einträgen in diesem Jahr). Es bereitete mir viel Freude, neue Beiträge zu verfassen, kontrovers zu diskutieren, und vor allem, in den Statistiken zu sehen, wie die Anzahl der Pagehits kontinuierlich stieg!

Manche Einträge sind spontan entstanden, für andere habe ich länger recherchiert und formuliert, bevor sie publiziert wurden. Vor allem für die aufwändigeren Einträge ist es natürlich schön, möglichst viele Leser zu bekommen. Daher freue ich mich sehr, meine Einträge in Zukunft unter dem Dach von SciceneBlogs.de publizieren zu können.

Der Name des Blogs wird sich ändern. Er heisst jetzt “WeiterGen!“. Sonst ändert sich nichts: Es wird informiert, analysiert und polarisiert, mit dem Ziel, verständliche Hintegrundinformationen zur Bildung einer eigenen, unvoreingenommenen Meinung zu kontroversen Themen der modernen Biologie zu liefern.

Die bisherigen Einträge sind übernommen worden, und ich würde mich freuen, wenn ihr auch weiterhin meine Einträge lest - und kommentiert! Also: Bookmark, Blogroll und RSS feed updaten, bitte!
Die Blogadresse: http://www.scienceblogs.de/weitergen
Der RSS feed: http://feeds.feedburner.com/ScienceBlogs/weitergen
Vielen Dank!

Tobias

Von Mäusen und Menschen

Gerade im Spiegel: menschliche embryonale Stammzellen wurden zu insulinproduzierenden Zellen ausdifferenziert und zuckerkranken Mäusen implantiert. Die Zellen haben auf Zucker reagiert und konnten den Mangel der Mäuse an Insulin ausgleichen.

Die benutzte Zelllinie, CyT4, wurde nach dem deutschen Stichtag hergestellt, die Experimente wären also in Deutschland gar nicht möglich gewesen, genausowenig wie die Publikation der Ergebnisse.

Hier der Link zum Paper in Nature Biotechnology.

Bunter Blumenkohl

Ein Artikel mit schönem Bild von buntem Blumenkohl in der Daily Mail.

Demnächst hier mehr über Pflanzen, solange gerade Stammzellpause ist.

Vielen Dank Kirsten, für den Hinweis.

Charles Darwin hatte eben Geburtstag…

…und wir feiern schon den 199ten! Ein Jahr vor dem offiziellen Darwinjahr kann man da schon mal ne Flasche Sekt aufmachen. Charles Darwin in Wikipedia.

Prost

Das beste ist ja, dass die Evolutionslehre nicht nur fuer Finken gilt, sondern ihre Schoenheit, ihre Universalität, eigentlich jeden Tag im Labor bei der Arbeit mit DNA und Proteinen erlebbar ist.

Angst vor Neuem: Was praegt die Stammzelldebatte

Die Angst vor dem Neuen ist ein sehr menschliches Verhaltensmuster. Wer lernt, Ski zu fahren, steht beim ersten Mal oben auf dem Berg, das Herz rutscht in die Hose, und man fragt sich, wie man hier je wieder heil herunter kommt (geschweige denn im Stil aller anderen um einen rum). Nach ein, zwei Tagen, die Lernkurve ist steil, gehts ploetzlich, und man sieht vielleicht schon die ersten anderen, die noch nie auf Ski standen, unbeholfen am Lift und weiss genau, wie die sich wohl fuehlen muessen.

Beim Skifahren ist es wie bei allem Neuen: Man kann die Angst durch ausprobieren ueberwinden. Der Bogen zur aktuellen Stammzelldebatte ist schnell geschlagen: Die Angst vor dem Neuen, unverstaendlichen, ist auch hier in weiten Kreisen der Bevölkerung verbreitet. Nur wie ist diese Angst zu nehmen, vor etwas, dass man nicht so einfach ausprobieren kann?

Eine haeufig angewendete, bequeme Strategie, ist das kategorische Ablehnen. Diese Haltung findet man auch in der aktuellen Debatte um den Import embryonaler Stammzelllinien. Der unbequemere Weg geht ueber sich Informieren, ueber Hinterfragen. Es geht auch mit Vernunft.

Eine Variante des Ausdrucks der Angst in dieser Debatte ist das sich berufen auf ethische Moralvorstellungen. Es werden Grundgesetzartikel ausgepackt, mit religoesen Werten um sich geworfen und Verbindungen hergestellt, die der eigentlichen Thematik der Diskussion in keinster Weise Rechnung tragen und kausale Zusammenhaenge groesstenteils vermissen lassen.

Letztendlich geht es darum, Forschern in Deutschland die Moeglichkeit zu bieten, ihre Arbeit zu tun. Es geht um grundsaetzliche Fragen der Zellbiologie, es geht um ungeahnte Moeglichkeiten der Therapie, die erst entdeckt werden muessen, es geht ums verstehen.

Wie kommt man also in der aktuellen Debatte zu einer Meinung, die unvoreingenommen und nicht von Resentiments gepraegt ist? Hier liegt das Dilemma: Die Thematik ist so komplex, dass man eigentlich unweigerlich auf die Meinung Dritter angewiesen ist. Nicht jeder hat eben ein Grundwissen in Zellbiologie, Genetik und Molekularbiologie, um selbst zu einem Ergebnis zu kommen.

Wen fragt der interessierte Laie also wohl am besten? Doch wohl Menschen, die sich mit der Thematik auskennen, also Wissenschaftler. Einige solcher Informationsquellen sind hier auf der Seite ja auch verlinkt, zum Beispiel die Artikel in der Zeit von Ernst-Ludwig Winnacker, oder von Anthony Ho.

Es geht aber nicht nur ums fragen, es geht auch ums Vertrauen. Und es geht um Bescheidenheit: Wer sich unzureichend und einseitig informiert, wer die Zusammenhaenge nicht hinreichend versteht sondern nachplappert, muss sich das selber auch eingestehen koennen. Es ist keine Schande, zu komplexen Themen keine eigene Meinung zu haben. Ein hilfloses “Ich weiss es nicht” ist hier meistens besser als ein voreingenommenes, von Aengsten und Resentiments gepraegtes Urteil.

In diesem Zusammenhang machen auch Telefonumfragen wie diese hier zur Akzeptanz der Stammzellforschung in Deutschland keinen Sinn. Menschen lehnen eben erst einmal ab, was sie nicht verstehen.